Milchland Deutschland

Anteil der Milchprodukte 1997 – 2017

Im Jahr 2017 war Deutschland der weltweit sechstgrößte Milcherzeuger. 96 Prozent der insgesamt auf den hiesigen Milchviehbetrieben erzeugten 33,4 Mio. Tonnen Milch (ECM, d. h. mit standardisierten Fett- und Eiweißgehalten von 4 bzw. 3,3 %) werden an Molkereien geliefert und dort verarbeitet. Um die Exporte in Form von frischen Milchprodukten, Kondensmilch, Milchpulver, Butter und Käse vergleichbar erfassen zu können, werden diese auf sogenannte Milchäquivalente (ME) umgerechnet. Auf dieser Basis macht Käse mit 44 Prozent den Löwenanteil der insgesamt exportierten 3,46 Mio. t ME aus. Das berichtet das International Farm Comparison Network (IFCN)[1] in seinem Dairy Report 2018.

Dort finden sich u. a. auch Angaben zu der Zahl der Milchkühe, der gesamten Kuhmilchproduktion und dem Gesamtverbrauch an Milchprodukten in ME pro Jahr in Deutschland. Auch wenn einige Daten noch vorläufig bzw. geschätzt sind, lassen sich doch von 1996 bis 2017 folgende Trends erkennen:

  • Anstieg der Milcherzeugung von 30,00 auf 33,38 Mio. t ECM,
  • Abnahme der Milchkuhbestände von knapp 5,2 Mio. auf knapp 4,2 Mio. Tiere,
  • Zunahme der durchschnittlichen jährlichen Milchleistung pro Kuh von 5.770 kg auf 7.950 kg und
  • Anstieg des jährlichen Konsums an Milchprodukten pro Kopf der Bevölkerung von 310 kg auf aktuell 364 kg ME.

In den Jahren von 2012 bis 2017 sank der Anteil der Landwirte an dem Verkaufspreis für Milchprodukte im Handel von 48,8 auf 45,3 Prozent. Die Zahlen des IFCN machen aber noch einen weiteren interessanten Zusammenhang deutlich: Zwischen 1996 und 2017 hat der Anteil der Milchprodukte, die exportiert wurden, von 39,1 Prozent auf 54,2 Prozent der hiesigen Milchproduktion zugenommen. Genauso wurden allerdings auch mehr Milchprodukte nach Deutschland importiert; zwischen 1996 und 2017 stiegen die Importe von 27,7 auf 48,6 Prozent der hiesigen Produktionsmenge. Insgesamt ergibt sich aus Produktion, Export, Import und Konsum für den deutschen Markt im Zeitraum von 2012 bis 2017 ein Selbstversorgungsgrad von 111 Prozent.

Das „Verarbeitungsprofil“ der insgesamt in Deutschland erzeugten Milchmenge (nach IFCN) zeigt, dass der Anteil von Frischprodukten in den letzten 20 Jahren gesunken ist, während der Anteil von Käse deutlich zugenommen hat, nun aber seit etwa zehn Jahre stagniert bzw. ganz leicht zurückgeht.

[1] https://ifcndairy.org/wp-content/uploads/2018/09/Dairy-Report_2018_extraction_for-marketing.pdf

Beitragsbild: © Holger Howind im Auftrag von Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V.“