27. Januar 2020

© Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen

Strukturwandel in der Rinder- und Milchkuhhaltung geht weiter

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts sprechen eine deutliche Sprache: Von 2018 bis 2019 ging die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder um 309.560 Tiere oder rund 2,5 Prozent zurück – nachdem bereits im Jahr zuvor ein Rückgang um 332.103 Tiere ermittelt wurde. Mit Stand Mai 2019 wurden in Deutschland insgesamt noch 11,6 Millionen Rinder gehalten.[1]

Nicht nur die Zahl der insgesamt gehaltenen Rinder ist rückläufig, sondern auch die darin enthaltene Zahl der Milchkühe in Deutschland: Während im Mai 2014 noch 4,285 Millionen Kühe für die Milcherzeugung gehalten wurden, sank die Zahl zum Mai 2019 auf 4,011 Millionen Tiere.[1]

Im Hinblick auf die Zahl der Betriebe mit Milchkühen liegt Bayern ganz vorne: Rund 28.200 Betriebe wurden hier 2019 erfasst. Mit 9.000 bzw. 6.500 und 5.500 Milchviehbetrieben folgen Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Schlusslichter sind das Saarland (200 Betriebe) sowie Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit jeweils rund 600 Betrieben. [2]

Auch bei der Zahl der Milchkühe pro Bundesland liegt Bayern ganz vorne[2]: 2019 wurden hier 1.146.200 Tiere gezählt, während in Niedersachsen 843.800 Tiere, in Nordrhein-Westfalen 405.500 Tiere und in Schleswig-Holstein 378.200 Tiere ermittelt wurden. Die wenigsten Milchkühe fanden sich dagegen in den drei Stadtstaaten (insgesamt 4,600 Tiere) sowie in Thüringen (100.000 Tiere ), Sachsen-Anhalt (114.400 Tiere) und in Rheinland-Pflanz/Saarland (120.500 Tiere).

Anders ist das Verhältnis bei der durchschnittlichen Zahl der Milchkühe je Halter: Die größten Betriebe lagen 2019 in den östlichen Bundesländern, in Mecklenburg-Vorpommern (235 Tiere), Brandenburg (228 Tiere), Sachsen-Anhalt (199 Tiere), Thüringen (181 Tiere) und Sachsen (156 Tiere). Mit durchschnittlich 100 Tieren pro Betrieb war Schleswig-Holstein der Spitzenreiter in den westlichen Bundesländern. Die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen lagen mit 94 bzw. 74 Tieren im Mittelfeld, während Bayern mit durchschnittlich 46 Tieren pro Betrieb die geringsten Bestandsgrößen aufweist.

[1] Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020 | Stand 01.01.2020

[2] https://milchindustrie.de/wp-content/uploads/2018/11/Milchkuhbest%C3%A4nde-_Haltungen_DE-2000-2019_Homepage.pdf