Rinderrassen

Es gibt weltweit über 100 Rinderrassen. Zu den bedeutendsten Milchrinderrassen in Deutschland gehört das typisch rot- oder schwarz-weiß gefleckte Holstein-Rind.

Die Hauptunterschiede der Rinderrassen
Die Rinderrassen unterscheiden sich in äußeren Merkmalen, zum Beispiel durch Größe und Körperbau, Farbe, Haarlänge und Hörner.
Vor allem aber wird danach unterschieden, ob eine Rasse zur Milchgewinnung („Milchrinder“) oder zur Gewinnung von Fleisch („Fleischrinder“) genutzt wird. Darüber hinaus gibt es Rassen, die sowohl aufgrund ihrer Milch- als auch ihrer Fleischgewinnung („Doppelnutzungsrassen“) gehalten werden.

Die wichtigsten Milchrinderrassen im Überblick
Das Holstein-Rind ist weltweit die bedeutendste Milchrinderrasse.

Rinderrasse Herkunft / Verbreitung Anzahl* insgesamt / davon Kühe (gerundet) Farbe Größe, Kreuzbeinhöhe in cm Gewicht in kg Milchleistung** in kg pro Jahr
Deutsche Holstein Schwarzbung Deutsche Küstengebiete der Nord- und Ostsee 5,4 Mio. / 2,4 Mio. Überwiegend Schwarz-Weiß 145-156 (w) 150-170 (m) 650 – 750 (w) 750 – 1.100 (m) 8865
Deutsche Holstein Rotbunt Deutsche Küstengebiete der Nord- und Ostsee 688 Tsd. / 397 Tsd. Überwiegend Rot-Weiß 145-156 (w) 150-170 (m) 650 – 750 (w) 750 – 1.100 (m) 7.912
Angler / Deutsches Rotvieh Schleswig-Holstein (Angeln) / vorwiegend in Schleswig-Holstein 35 Tsd. / 15 Tsd. Rotbraun, durch Einkreuzungen auch Rotweiß um 145 (w) 650 (w) 7.396
Jersey Insel Jersey vor der englischen Küste / ab 1958 Nordseeküste bis Alpen   Gelb bis Hellbraun, dunkles Flotzmaul um 125 (w) ca. 400 (w) 6.018

* Statistisches Bundesamt Mai 2014
* Durchschnittsleistungen aller Milchleistungsprüfung-Kühe 2013 (ADR)

Die wichtigsten Doppelnutzungsrassen im Überblick

Als Zweinutzungsrasse ist vor allem das Deutsche Fleckvieh und Braunvieh von Bedeutung.

Rinderrasse Herkunft / Verbreitung Anzahl* insgesamt / davon Kühe (gerundet) Farbe Größe, Kreuzbeinhöhe in cm Gewicht in kg Milchleistung** in kg pro Jahr
Deutsches Fleckvieh (Doppelnutzungstyp) Schweiz / Bayern, Baden-Württemberg 3,5 Mio. / 1,2 Mio. Dunkles Rotbraun bis helles Gelb auf weißem Grund, weitgehend weißer Kopf 140 – 150 (w) 157 (m) 650 – 850 (w) 1.100-1.300 (m) 7.243
Deutsches Braunvieh Zentralschweiz / Südwest-Deutschland, Berg- und Alpenregion 437 Tsd. / 190 Tsd. Einheitlich Braun bis Graubraun 142-154 (w) ca. 600 (w) 7.126
Deutsche Rotbunte Doppelnutzung (DN) Norddeutschland 146 Tsd. / 54 Tsd. Rot-Weiß 130 – 138 (w) 137 – 143 (m) 600 – 650 (w) 1.000 (m) 6.723
Vorderwälder Schwarzwald, Baden-Württemberg 33 Tsd. / 14 Tsd. rotcheckig bis rotblank mit weißen Köpfen 135 – 138 (w) 140 – 150 (m) 550 – 650 (w) 950 – 1.050 (m) 5.502
Gelbvieh Unter-, Ober- und Mittelfranken 13 Tsd. / 5 Tsd. Hellgelb bis Rotgelb um 145 (w) um 155 (m) 700 – 850 (w) 1.100 – 1.350 (m) 5.817

* Statistisches Bundesamt Mai 2014
* Durchschnittsleistungen aller Milchleistungsprüfung-Kühe 2013 (ADR)

Die wichtigsten Fleischnutzungsrassen im Überblick

Die wichtigsten Fleischrinderrassen sind u.a. Limousin, Charolais und das Fleischfleckvieh.

Rinderrasse Herkunft / Verbreitung Anzahl* gesamt Farbe Größe, Kreuzbeinhöhe in cm Gewicht in kg
Limousin Südwestfrankreich / Nord-, Westdeutschland 202 Tsd. Hellrot bis Dunkelrot um 140 (w) um 150 (m) 700 (w) 1.100 (m)
Charolais Frankreich / Nordrhein-Westfalen, Niedersaachsen, Hessen und Brandenburg 144 Tsd. Einfarbig Weiß bis Cremegelb um 144 (w) um 154 (m) 800 – 900 (w) 1.200 – 1.300 (m)
Fleischfleckvieh (Fleischtyp) Schweiz / Bayern, Baden-Württemberg 121 Tsd. Dunkles Rotbraun bis helles Gelb auf weißem Grund, weitgehend weißer Kopf 140 – 150 (w) 150 – 165 (m) 700 – 850 (w) 1.100 – 1.300 (m)
Deutsche Angus Großbritannien 92 Tsd. Einfarbig Schwarz oder Rot, von Natur aus hornlos um 136 (w) um 145 (m) 650-800 (w) 950-1.200 (m)
Galloway Südwesten Schottlands / Norddeutschland 44 Tsd. Schwarz, Blond, Rot, Weiß mit dunklen Pigmentflecken, hornlos um 125 (w) um 135 (m) um 580 (w) um 850 (m)

* Statistisches Bundesamt Mai 2014

 

Bildquellen:
• Deutsche Holstein-Schwarzbunt: Alexander Arkink
• Deutsche Holstein-Rotbunt: ADR
• Deutsches Braunvieh: duco Nolli
• Deutsches Fleckvieh: Wolfhard Schulze
• Vorderwäldler, Gelbvieh: ASR

Quellen und weitere Informationen:
• Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter e.V. (ADR)
• ASR–Arbeitsgemeinschaft süddeutscher Rinderzucht- und Besamungsorganisationen e.V.
• aid-Broschüre Rinderrassen, bestellbar unter: http://www.aid.de/landwirtschaft/rinder.php
• Statistisches Bundesamt: Viehbestand Mai 2014 ‚BDF/ Fleischrinderjournal‘