Futter

Milcherzeuger „doppelt und dreifach unter Druck“

Die Situation vieler Milchviehbetriebe in Deutschland ist aktuell mehr als schwierig. Nach einer kurzen Phase mit etwas höheren Milchpreisen im November 2017 war bis in den Mai 2018 hinein wieder ein deutlicher Rückgang zu erkennen. Zu dieser für die Milcherzeuger bereits kritischen Entwicklung kommen in diesem Jahr zwei weitere Faktoren hinzu: So hat die lang andauernde Trockenheit insbesondere im Norden, in der Mitte und im Osten Deutschlands zu einem dramatischen Einbruch bei dem Futteraufwuchs geführt. Die Erträge auf Grünland – und damit bei Beweidung, Grassilage und Heu – liegen nach aktuellen Erhebungen zum Teil um bis zu 75 oder sogar 80 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Auch Maissilage ist in diesem Jahr oft knapp. Die Flächen werden zum Teil mangels Wachstum vorzeitig beerntet und weisen erhebliche Ertragsdefizite auf. Betroffene Betriebe müssen deshalb schon auf Futtervorräte zurückgreifen, die für die kommenden Wintermonate vorgesehen waren.

In der Konsequenz sind einige Milcherzeuger gezwungen, ihre Herde zu verkleinern. Milchkühe werden früher als geplant geschlachtet, um den verbleibenden Bestand mit den geringeren Futtervorräten über den Winter bringen zu können. Allerdings resultiert aus diesen Notverkäufen ein höheres Angebot am Schlachtviehmarkt. Das wiederum führt zu sinkenden Erlösen pro Kuh – und die betroffenen Betriebe verlieren auch hier.

Dazu heißt es aus der Politik, dass der Bund 150 bis 170 Millionen Euro als Dürrehilfe zur Verfügung stellen wird; die Bundesländer sollen eine vergleichbare Summe aufbringen. Damit werden maximal 340 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist dies keine „Vollkasko-Entschädigung“, sondern es gehe um eine Reaktion auf eine außergewöhnlich lange Phase mit überdurchschnittlichen Temperaturen in Deutschland, der eine Hitzewelle mit ausgeprägter Trockenheit gefolgt sei.